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Friedl / Frühling / Fuchs / Eisenberger Projekt für REHEAT 2010Das Konzept "G.M.P.S. Globales Monster Positionierungs System" Wir alle kennen das (Horror)szenario aus unserer Kindheit zu gut: Mutter oder Vater schicken eine/n in den Keller, um Nachschub aus dem Vorratsraum zu holen. Durch Pfeifen und Singen wird die Angst vor Geistern und vermeintlich finsteren Gestalten im Untergeschoß überwunden und kompensiert. Niemand von uns hat jemals auf diese Art ein Ungeheuer oder Monster selbst zu Gesicht bekommen, aber es reichten schon einige Indizien für die Existenz solcher Kreaturen aus, um der eigenen Fantasie auf die Sprünge zu helfen. Diese Steigerung des Unheimlichen durch die Kraft der Abwesenheit und des nicht unmittelbar Sichtbaren wollen wir mit Schildern auf dem Festivalgelände inszenieren. Tafeln mit Hinweisen auf wahrscheinliche Positionen und Aufenthaltsorte unterschiedlichst ausgeprägter Monster sollen als eine Art (Guided) Tour durch die wundersame Welt der Ungeheuer gelesen und angenommen werden. Ähnlich der Aura eines klassischen Museums, in dem auch "nur" durch Spuren und oft banalste Fundstücke eine stimmige Projektion einer Epoche oder eines Kulturkreises in den "white cube" vorgenommen wird, soll unser bescheidener Schilderwald den Kleylehof in eine glaubhafte Monstersphäre eintauchen.
Die Palette reicht dabei von der Positionierng und Markierung eines (zumindest von uns) noch nie gesichteten Gebüschmonsters direkt vor dem Kleylehof über den Hinweis auf das Ozonlochmonster (20km über unseren Köpfen; das wiederum das Wachstum des Monsters Hautkrebs fördert), ein Kellermonster als Repräsentant einer speziellen Ausformung des Psychoterrors im vermeintlich heilen Familienumfeld, eine Burgenland-Ausgabe des Ungeheuers von Loch Ness im Löschteich am Kleylehof, ein Unwesen am Dachboden, auf den paradoxerweise die Verfolgten in klassischen Horrorfilmen gerne flüchten (mit wenig Chancen auf ein wirkliches Entkommen), bis hin zu "Szörny" (ungarisch: Monster) in Form des an der ungarisch-österreichischen Grenze lauernden Flüchtlings (in bedrohlicher Nähe von weniger als 2 km), der vom heimischen Grenzsoldat-Monster aufgegriffen werden soll.
Bereits 1 Kilometer vor dem eigentlichen Austragungsort von "Reheat" wird sich der erste Positionshinweis auf ein anderes (reales) Monster ("Monster of Rock") finden, der auf das im Vormonat von "Reheat" stattfindende Rockfestival "Nova Rock". Das riesige Feld vor der Bühne und der temporäre Campingplatze für einige zigtausend BesucherInnen ist noch Monate nach dem Abzug der Band-Trucks und Fanhorden als verwüsteter Landstrich erkennbar. Wir werden also bewußt - und nicht ganz unironisch - mit einigen stereotypen Erscheinungen agieren/jonglieren, um auch die Irrationalität von Phobien zu behandeln, in doppelter Hinsicht. Vielleicht gelingt bei "Reheat" die eine oder andere Heilung, mit dem Globalen Monster Positionierungs System. Das Team Wolfgang Fuchs (* 1974 / OÖ)
aufgewachsen im Großraum Linz 1994-2001 diverse technik-affine Studien in Oberösterreich; lebt seit 2000 an der Achse Linz-Wien; verschiedenste Arbeiten in den Bereichen neue/Neue Musik, Improvisation, Rock, Radio, Tanz, Klanginstallation, Musiktheater; Auftritte zu verschiedensten Anlässen, auf namhaften und unnamhaften Festivals in über 10 Ländern; spielt am liebsten mit Schallplattenspielern, solo, in kleinen und mittleren Ensembles, gelegentlich auch im Orchesterverbund; manchmal schlägt sich der ansteigende Hang zur Struktur auch im Kuratieren von transmedialen Veranstaltungen nieder; http://turntabling.firstfloor.org Terri Frühling (* 1973 / NÖ)
aufgewachsen in Innsbruck lebt seit 1988 in linz (2001-2003 Exil in Klagenfurt); 1991-1995 Fachschule für Grafik-Design / Linz; 1995-1996 Studium Visuelle Mediengestaltung / Kunsthochschule Linz; 2003-2008 Studium Keramik / Kunstuniversität Linz; 2008 Abschluss Baccelaureat; aktuell Masterstudium an der Kunstuniversität linz bei Prof. Frank Louis; arbeitet seit 1996 freischaffend als Grafikerin; http://www.terrifruehling.at Edgar Friedl (* 1975 / OÖ)
leidenschaftlicher Nestbeschmutzer; Teilnahme an diversen Ausstellungen in Österreich und Deutschland (Zeichnungen, Ölbilder, Skulpturen, Soundexperimente); Seit 1992 Schlagzeuger und Schallplattenspieler in diversen Bands (Unrevealed, Linzer Notwehr, DADA BÖFF KOMPLEX, etc.); Seit 2007 Kunststudent an der Uni Linz bei Prof. Frank Louis , Dietmar Brehm...; Lebt noch immer Elmar Eisenberger (* 1979 / Strmrk)
Austellungen: 1996 "Rezipient/innen" Künstlerhaus Graz; 1999 "Körper-Sprache- Körpersprache" Retzhof Leibnitz; 2004 "Kontraste" Hirt-Haus Atelier, Scheifling; 2004 Teilnahme am Projekt "Litfaßsäule" der Künstlergruppe 77, Künstlerhaus Graz; 2008 "Kopieren und Einfügen 1" Brückenkopfgebäude Linz; 2008 " Kopieren und Einfügen 2" Kammerhof Museen Gmunden im Rahmen der OÖ Landesausstellung; 2009 "HERAUSNAHMEzustand" Brückenkopfgebäude Linz; |